GRÜNDERZEIT WIRD ZEITGEMÄSS

StandortBerlin
Adresse Berlin-Kreuzberg, Berlin, Deutschland
GebäudetypUmbau, Erweiterungsbauten
Baujahr2017

GBP ARCHITEKTEN ERHÄLT BAUGENEHMIGUNG FÜR DIE SANIERUNG UND ERWEITERUNG DER
VICTORIAHÖFE IN BERLIN-KREUZBERG

GBP Architekten revitalisiert die historischen Victoriahöfe in der Lindenstraße in Berlin-Kreuzberg. Im Zuge dieser Sanierung wird das denkmalgeschützte, prunkvolle Berliner  Gründerzeitgebäude in prominenter Lage zwischen dem  Jüdischen Museum und der Berlinischen Galerie von Grund auf erneuert. GBP Architekten verleiht dem Ensemble ein  zeitgemäßes, attraktiveres Erscheinungsbild und akzentuiert die
wechselvolle Geschichte des Gebäudes, ergänzt um einen  Neubau im Hof. Die großzügigen Flächen im neugestalteten Dachgeschoss bieten einen Panoramablick auf Berlins Zentrum
und machen das Gebäude des 1917 verstorbenen Architekten Wilhelm Walther auf neue Weise für seine Nutzer erlebbar. Beginn der Bauarbeiten für die Gesamtfläche von 24.400  Quadratmetern Bruttogeschossfläche ist 2017.
 
ZUM ENTWURF
Die alte Pracht des gründerzeitlichen Gebäudes wird durch die Sanierung von GBP Architekten zu neuem Leben erweckt. Das  Gebäude wird komplett entkernt und bis auf die tragenden  Mauerwerkswände zurückgebaut. Historische bauzeitliche Ausbauten und Bauelemente werden, wo immer möglich,  erhalten und in das neue Gestaltungskonzept integriert. Die historische Kubatur der Westfassade mit ihren fünf Schaugiebeln wird im Dachgeschoss aufgegriffen und in zeitgemäßer Weise wiederhergestellt. Die Bestandsfassade wird behutsam restauriert und durch Ausvierungen ergänzt. Die Spuren aus dem Zweiten Weltkrieg werden allerdings sichtbar  belassen. Sie gestehen dem Gebäude neben seiner  gründerzeitlichen Provenienz eine zusätzliche historische Signifikanz zu.

Im Rahmen der denkmalpflegerischen Erneuerung der Fassade  werden auch die Fenster der Straßenfassade erneuert und  dabei energetisch und schallschutztechnisch auf den   aktuellsten Stand gebracht. Zusätzlich zu dem   Bestandsgebäude wird im Rahmen der Wiederherstellung der historischen Höfe auch ein Neubau als aufgeständerter Kubus mit Zinkfassade und großflächiger Verglasung errichtet.

 

ZUR HISTORIE
Das Gebäude im neobarocken Stil wurde in den Jahren 1893 bis 1913 als Zentrale der Victoria Versicherungsgesellschaft in der südlichen Friedrichstadt erbaut. Architekt war der 1857 in Köln geborene Wilhelm Walther, der als Regierungsrat zu den  wichtigsten Architekten des wilhelminischen Berlins zählt. Von
Walther stammen unter anderem auch im Jahr 1896 bis 1897  erbaute Villa Wernerstraße, der im Jahr 1904 den heute teilrekonstruierten Sankt-Georg-Brunnen auf dem Hindemithplatz in Berlin-Charlottenburg, und die von 1912 bis 1917 erbaute Villa Walther in Berlin-Grunewald, die unter Walthers eklektizistischen
Bauten einen Höhepunkt darstellt. Ursprünglich umfasste das  Gebäude der Victoria Versicherung im Zuge mehrerer Erweiterungen bei seiner endgültigen Fertigstellung im Jahr 1913 zwölf Höfe und erstreckte sich in den Block hinein von der Lindenstraße bis zur Alten Jakobstraße. Dank seiner Zentralheizung, seiner Aufzüge, eines Kasinos für die Verpflegung der Mitarbeiter und aufgrund der Organisation der Grundrisse zählte das Versicherungsgebäude zu einem der fortschrittlicheren seiner Zeit. 1945 wurde es durch einen Luftangriff der Alliierten auf Berlin stark beschädigt, 1950 diente es vorübergehend dem Kreml und versank nach dem Mauerbau in einen Dornröschenschlaf, aus dem es erst durch die IBA 1987 wieder erweckt wurde. Heute, hundert Jahre nach dem Tod Wilhelm Walthers im Jahr 1917, existieren noch drei der Höfe. Sie werden im Zuge der Sanierung die Straßenfassade und die Hoffassaden der Victoriahöfe werden   denkmalpflegerisch in Stand gesetzt. Damit leisten GBP  Architekten auch einen wichtigen Beitrag zum Denkmalschutz

Foto: Christoph Rokitta, Visualisierung: Davide Abbonacci

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