Vom Landhaus zur Villa

Homogene Gestaltung, puristische Baustoffe, Transparenz und durchdachte Funktionsbereiche - das Wohnhaus der Familie Braeckmans im belgischen Schoten wirkt selbst auf den zweiten Blick wie ein Neubau aktuellster architektonischer Prägung. Tatsächlich ist es ein "Erneuerungsbau", bei dem durch starke Eingriffe in die Bausubstanz und ein durchgängiges Nutzungskonzept aus einem Landhaus eine moderne Villa wurde. Systemtechnik von Schüco in Form von großflächigen Fenstern, einem Schiebetürsystem mit bodenversenkten Schienen sowie einer doppelgeschossigen Vorhangfassade tragen maßgeblich zum energiebewussten, transparenten Wohnen bei.

Zwischen den Alternativen "Neubau" und "Sanierung" hat sich in den letzten Jahren das Modell des "Erneuerungsbaus" etabliert. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind gute Lagen in Stadtnähe und innerstädtisch gefragter denn je. Stehen entsprechende Objekte zum Verkauf, so befindet sich auf dem Grundstück in der Regel ein Bestandsbau. Dessen Zustand, Baustil und Raumaufteilung stellt den neuen Besitzer vor eine schwierige Entscheidung - eine Einzelfallentscheidung, bei der es sich empfiehlt, einen Sachverständigen mit einzubeziehen. Denn angesichts des hohen Niveaus staatlicher Energiesparauflagen kann eine Sanierung durchaus die Kosten eines Neubaus oder Erneuerungsbaus erreichen. Mit dem Nachteil, dass die weitgehende Beibehaltung des Baustils und auch der Raumaufteilung eine freie Planung und Individualisierung deutlich einschränken.

Hohe Transparenz und Durchgängigkeit zum Garten hin, Großzügigkeit in der Raumaufteilung und Integration von Funktionsbereichen sind Wohnbedürfnisse, die sich erst in jüngerer Zeit entwickelten bzw. durch entsprechende Baustoffe und Systemtechnik unter Berücksichtigung selbst strenger energetischer Anforderungen erschlossen wurden. Solche Qualitäten bieten ältere Bestandsbauten nur in den wenigsten Fällen. Indem der Erneuerungsbau viel stärker als die Sanierung in die vorhandene Bausubstanz eingreift, kann er mitunter als sowohl wirtschaftlich wie auch gestalterisch attraktiverer Weg angesehen werden.

Live-Analyse der Stärken und Schwächen
Bei ihrem Wohnhaus im belgischen Schoten nahe Antwerpen ging eine Architektenfamilie mit zwei Kindern diesen besonderen Weg. Sie hatte bereits seit einigen Jahren das Landhaus mit Satteldach bewohnt, dessen Naturlage auf einem 5.900 Quadratmeter großen Grundstück als großer Glücksfall empfunden wurde. Ein Pool sowie ein kleines Gästehaus gehörten zum Bestand auf dem Gelände. Obwohl ein größerer Umbau des Haupthauses von Anfang an geplant war, hatte die Familie sich bewusst dafür entschieden, das Objekt zunächst noch längere Zeit zu bewohnen, um ein möglichst präzises, individuelles Anforderungsprofil für den späteren Umbau zu entwickeln. Vor allem die Schwächen der Bestandsarchitektur konnten so aktiv erlebt und im Konzept für das kommende Bauvorhaben korrigiert werden. In dieser Vorplanungsphase zeichnete sich ein starker Eingriff in die Bausubstanz als die deutlich bessere Alternative zur Sanierung ab. Das Fundament und die Grundmauern des Gebäudes sollten zwar bestehen bleiben, ansonsten strebte man einen modernen, lichten Baustil an und ordnete die Innenraumaufteilung völlig neu nach den sorgsam durchdachten und durchlebten Wohnbedürfnissen der Familie.

Raumgewinn im Obergeschoss
Das ehemalige Satteldach durch ein Flachdach zu ersetzen und damit eine vollwertige Ebene im Obergeschoss zu gewinnen, gehört zu den wichtigsten Eingriffen. Er prägt die nunmehr moderne, kubische Optik des Gebäudes. Ebenso modern ist der Umgang mit transparenten und geschlossenen Flächen in der Gebäudehülle. Geschlossen zum Eingangsbereich (Nordseite) und auf beiden Ebenen weit offen zur nach Süden ausgerichteten Gartenseite berücksichtigt die Architektur energetische und optisch-funktionale Anforderungen gleichermaßen. Aus den hauptsächlichen Lebensbereichen von Küche, Esszimmer und Wohnraum heraus entsteht Sicht und Zugang zu Terrasse und Grundstück mit Pool. Hoher Lichteinfall und ganzjähriges Naturerlebnis inklusive.

Filigrane Vorhangfassade und Schiebetürsystem
Durch den Einsatz der doppelgeschossigen Vorhangfassade Schüco FW 50+ wird die optische Übergangslosigkeit zwischen innen und außen nochmals verstärkt. Jeweils zwei geschosshohe Glaselemente pro Ebene sind derart filigran durch die schlanken Systemprofile unterteilt, dass der Eindruck höchster Transparenz entsteht. Der barrierefreie Übergang zur Terrasse erfolgt seitlich aus der Küche heraus in Form eines ebenso filigranen Schiebetürsystems. Vorteil der Systemkonstruktion Schüco ASS 70.HI ist neben der hoch isolierenden Eigenschaft die um 50 mm ebenerdig in den Boden eingelassene Schiene. Abgestimmt in Farbe und Profiloptik finden sich andernorts in der Gebäudehülle noch mehrere Fenstersysteme vom Typ Schüco AWS 70.HI.

Ehrliche Materialien
Ebenerdiges Wohnen im Erdgeschoss und Schlafräume bzw. Lebensräume für die Kinder im OG - dieses Konzept hat sich nach Aussage von Werner Braeckmans im Wohnalltag ganz klar bewährt. Ebenso wie der hohe Tageslichteinfall durch die großflächigen Systemverglasungen, die das Objekt selbst leicht und offen wirken lassen und in den wärmeren Jahreszeiten die Offenheit zur Natur nahtlos herstellen. Der Einsatz puristischer, "ehrlicher" Baumaterialien war Braeckmans ebenso wichtig. Innen wie außen funktioniert sein durchgängiges Gestaltungskonzept über einen Dialog zwischen der Backsteinverkleidung, Naturholzvertäfelungen, Sichtbeton-Elementen, großen Glasflächen und Akzenten durch einheitlich lackierte Profile aus Stahl und Aluminium. Das alles selbstverständlich in Einklang mit den aktuellen und zukünftigen Anforderungen an den Wärmeschutz.

Filigrane Profile - großflächige, ungeteilte Verglasungen: Für Lichteinfall auf beide Ebenen sorgt die Vorhangfassade Schüco FW50+. | Schüco International KG
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Erneuerungsbau, Landhaus, Villa, Schoten, Systemtechnik, Schüco, Fenster, Schiebetürsystem, bodenversenkte Schienen, Vorhangfassade