Sicherheit im Detail

Hochhausrichtlinien, hohe Schallschutzanforderungen und Gewichtsbeschränkungen beeinflussten die Konstruktion der Brandwand zwischen dem Wohntrakt und dem Konzertbereich der Hamburger Elbphilharmonie. Bis zu 120 Minuten Feuerwiderstand war hier gefordert. Gelöst wurden die Vorgaben durch eine hochfeuerbeständige Sonderlösung auf Basis eines Stahlfachwerks mit Knauf Gipsplatten.

Wenn Wohnungen an Veranstaltungsbereiche angrenzen und das betreffende Gebäude zudem unter die Hochhausrichtlinie fällt, stellen Brand- und Schallschutz höchste Anforderungen. Die von der Nord- bis zur Südfassade der Hamburger Elbphilharmonie durchlaufende dreigeschossige Wand, die den Wohntrakt im 19., 20. und 21. Geschoss vom angrenzenden Foyer des Großen Saals trennt, musste sogar REI-M 120 erfüllen. Grund dafür war, dass das in der Brandwandkonstruktion liegende Stahlfachwerk Teil des Gebäudetragwerks ist und aus statischen Gründen 120 Minuten Feuerwiderstand leisten muss. Ein mit Knauf Fireboard Platten beplanktes Stahlfachwerk verbindet die sehr hohen Brandschutzanforderungen zudem mit hervorragenden Schallschutzqualitäten – und lastet dabei vergleichsweise wenig Gewicht in das Gebäudetragwerk ab.

Brandschutzgutachten sichert Zustimmung im Einzelfall
Die gesamte Konstruktion stellt somit eine hochfeuerbeständige Sonderlösung dar, für die von der Firma Hahn Consult mbH in Hamburg in Zusammenarbeit mit Knauf mit einem Brandschutzgutachten die Zustimmung im Einzelfall eingeholt werden musste. „Wir haben beinahe 40 Sonderdetails allein für diese Wand erarbeitet“, erinnert sich Jörg Schröder, Marktmanager Trockenbau bei Knauf. Die einzelnen Befestigungspunkte, aber auch die Anschlussdetails zwischen Wand und Decke und nicht zuletzt zwei Knickpunkte mussten exakt detailliert werden, um Anforderungen an die Statik sowie an den Brand- und den Schallschutz zu genügen.

Das Stahlfachwerk der Brandwandkonstruktion ist auf beiden Seiten mit je zwei Lagen 25 mm Fireboard Platten auf speziell auf das Fachwerk abgestimmten CW- und UW 200 Profilen beplankt. Die im Abstand von 31,25 cm zwischen dem Stahlskelett montierten Profile wurden miteinander vernietet. 0,5 mm Stahlblechtafeln zwischen den Lagen sowie zusätzlich an den Knotenpunkten nehmen die für die Wand geforderte Stoßbeanspruchung von 3000 Newtonmeter auf. Die zusätzlichen Stahlblechtafeln dienen auch der zulassungskonformen Befestigung der Spezial-Gipsplatten A1 Knauf Fireboard im Bereich der Knotenpunkte. Zwischen den aneinander grenzenden warmen und kalten Raumzonen wurde eine dampfdichte Sperrschicht eingezogen.

„Die Befestigungspunkte sind Sonderkonstruktionen, die es möglich machen, dass das gesamte Stahltragwerk im Wandhohlraum integriert werden konnte“, weiß Ralf Templin, Projektleiter der hier und unter anderem auch in der Plaza mit den Trockenbauarbeiten betrauten K. Rogge Spezialbau GmbH. An den Stellen, an denen das Stahltragwerk schmäler war als die Profile, schraubten die Monteure 2 mm dicke Stahlblechtafeln als Überbrückungsbleche an die Träger, so dass eine möglichst flächige Auflage der UW-Randprofile erreicht wurde. Unter den UW-Randprofilen wurden zur Entkoppelung noch zusätzliche Randdämmstreifen angeordnet.

Sonderdetail: Hängende Wandkonstruktion und abknickende Flächen
Die Brandwand ist zudem an zwei Stellen abgeknickt. Diese Eckkonstruktionen mussten ebenfalls als Sonderdetails ausgeführt werden, um die geforderten Brand- und Schallschutzwerte zu erfüllen. „Die Anforderung, dass die Brandwand die Stoßbeanspruchung durch herabfallende Teile erfüllen muss, stellt die Trockenbaukonstruktion unter anderen durch Blecheinlagen sicher. Diese leiten die Stoßbeanspruchung in die Unterkonstruktion weiter. Diese Anforderung muss auch in Eckbereichen erfüllt werden, was Sonderdetails erfordert“, erklärt Liesa K. Möller, Forschung und Entwicklung Brandschutz bei Knauf.

Wo die Wand an das gewölbte Dach angrenzt, wurde sie als hängende Konstruktion mit dauerelastischer, dreidimensional beweglicher Fugenkonstruktion ausgeführt. Dazu wurde das betreffende Trockenbauelement zunächst von der schrägen Dachkonstruktion abgehängt. Im Anschluss arbeiteten die Handwerker ein zweites Wandstück senkrecht an die abgehängte Wand an. Zwischen beiden Wänden wurde die Fugenkonstruktion hergestellt. Um das Anschlussdetail schalltechnisch zu optimieren, ummantelten die Handwerker es zusätzlich mit zwei an den Wänden hängenden Vorsatzschalen. Die jeweiligen Dachanschlüsse wurden zudem an die vorherrschende Schräge angepasst und entsprechend unterschiedlich ausgeführt. Speziell vorgefertigte U-Profile passen sich der Dachneigung an.

Zustimmung im Einzelfall: Eine dreigeschossige Brandwand REI-M 120 als Sonderkonstruktion trennt in der Elbphilharmonie den Wohntrakt vom Konzertbereich. | Foto: Knauf | Stefan Klein
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