Parlamentarisches Frühstück in Brüssel: TioCem goes Europe

Der Markt für innovative und umweltschonende Baustoffe wächst rasant. Die neueste Entwicklung sind photokatalytische Produkte, die Luftschadstoffe abbauen können. Welche Möglichkeiten sich damit eröffnen, stellte HeidelbergCement kürzlich in Brüssel vor.

Anfang März fand in Brüssel ein sogenanntes parlamentarisches Frühstück statt, in dessen Rahmen rund 35 Vertretern des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission die Möglichkeiten der Photokatalyse vorgestellt wurden. Eingeladen hatten neben der STO AG auch HeidelbergCement, vertreten durch Vorstandsmitglied Daniel Gauthier und Produktmanager Volker Hanke, sowie die Unternehmen Lithonplus und Nelskamp.

Ziel war es, den Abgeordneten die Photokatalyse als eine Möglichkeit zur Luftreinhaltung vorzustellen und anzuregen, sie im Rahmen der Direktive 2008/50/EC „Clean Air for Europe“ anzuerkennen und in die Direktive zu integrieren. Mit dieser Direktive werden die Schadstoffgrenzwerte in Europa sowie Maßnahmen zur Einhaltung dieser Werte festgelegt.

HeidelbergCement und Italcementi haben im Jahr 2008 eine Lizenzvereinbarung für die Produktion und Vermarktung von Zementen und photokatalytischen Bindemitteln unterzeichnet, die von Italcementi unter dem Markennamen TX Active entwickelt wurden. HeidelbergCement bietet mit TioCem einen titandioxidhaltigen (TiO2) Zement mit photokatalytischen Eigenschaften an. Betonprodukte, die mit TioCem hergestellt werden, können bis zu 90 Prozent der vorhandenen Luftschadstoffe in verträglichere Bestandteile umwandeln. In allen Bauteilen, die TioCem enthalten, wirkt das Titandioxid als sogenannter Photokatalysator, der den natürlichen Oxidationsprozess beschleunigt und so eine schnellere Umwandlung der Stickstoffoxide in unbedenkliche Bestandteile bewirkt. Da sich das Titandioxid – wie alle Katalysatoren – nicht verbraucht, wiederholt sich der Umwandlungsprozess beliebig oft.
Grundsätzlich kann in Zukunft jedes Betonprodukt so hergestellt werden, dass es Stickstoffoxide (NOx) in seiner Umgebung messbar verringert. Ob bei Betonpflastersteinen, bei Dachsteinen, in Fahrbahndecken, bei Fassadenelementen oder bei Lärmschutzwänden: Man sieht es den Produkten nicht an, dass sie eine photokatalytisch aktive Oberfläche haben, die dauerhaft wirksam ist.
Die STO AG hat photokatalytisch aktive Fassadenfarben im Angebot. Die Produktlinie ClimaLife von Nelskamp ist auf schadstoffreduzierende Betondachsteine ausgerichtet, und Lithonplus bietet die Produktgruppe p.a.b. (Photocatalytic Air Balance) an.

Auch in Brüssel konnten die Vorteile der Photokatalyse überzeugen. Nach dem Einleitungsvortrag von Gerd Stotmeister (Vorstand Technik der STO AG) diskutierten die Parlamentarier die Möglichkeiten der Schadstoffreduzierung durch diese neuartige Technologie. Für Anja Weisgerber, Mitglied des Europäischen Komitees für Umwelt, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, ist die Photokatalyse eine Option zum Abbau von NOx. Zwar stehe die Vermeidung von Schadstoffen an oberster Stelle, doch sollte auch die Bedeutung des Schadstoffabbaus berücksichtigt werden. Auch von der europäischen Kommission, vertreten durch Marianne Wenning, Abteilungsleiterin Industrielle Emissionen und Luftqualität, DG Umwelt, wurde dieser Standpunkt unterstrichen und die Berücksichtigung bei zukünftigen Fortschreibungen der Direktive in Aussicht gestellt.

Bei einem parlamentarisches Frühstück in Brüssel stellte HeidelbergCement, vertreten durch Produktmanager Volker Hanke und Vorstandsmitglied Daniel Gauthier (v.l.), die Möglichkeiten photokatalytisch aktiver Betonprodukte vor. | HeidelbergCement/Fuchs
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