Leitfaden für den erfolgreichen Einsatz von Flüssigboden

Enge Platzverhältnisse auf der Baustelle, schwierige Logistik und die Möglichkeit einer späteren Revision sind nur einige Schlagworte, die Anforderungen an Baustoffe zur Verfüllung von Schächten, Gräben oder anderen Bodenöffnungen beschreiben. Mit TerraFlow steht ein selbstverdichtender Flüssigboden zur Verfügung, der entwickelt wurde, um hier Lösungen zu bieten. Wie TerraFlow angewendet wird und was es dabei zu beachten gilt, steht im Anwenderleitfaden TerraFlow.

Alte Rohranlagen bei Abwassersystemen sind in unseren Städten keine Seltenheit. So auch in Pforzheim, wo in der Altstädter Straße, mitten in der Innenstadt, Rohre der Baujahre 1900 bis 1906 erneuert werden mussten. Dort galt es rund 180 Meter Regenwasserkanal sowie 160 Meter Mischwasserkanal zu ersetzen. Für die Erneuerung des Regenwasserkanals wurden Stahlbetonrohre DN 1500-1600 in 4,1 Meter Tiefe verwendet, für den Mischwasserkanal setze die Baufirma Feickert 80 Meter glasfaserverstärkte Kunststoffrohre (UP-GF) sowie 80 Meter DN/OD 315-Kanaäle aus PVC-U in einer Grabentiefe von 5,2 und 3,9 Metern ein.

Was sich beim Freilegen der Kanäle und den Arbeiten daran bereits zeigte, stellte bei der abschließenden Verfüllung der Gräben erneut eine besondere Herausforderung dar. Die Bauarbeiten in der dicht bebauten Innenstadt fanden unter beengten Platzverhältnissen statt. Die offenen Gräben lagen sehr dicht, teilweise nur in zwei Meter Abstand, an der bestehenden Bebauung. Um hier eine stabile und leicht wieder zu öffnende Verfüllung zu gewährleisten, entschied sich der städtische Eigenbetrieb Stadtentwässerung Pforzheim als Bauherr für TerraFlow von Heidelberger Beton. Laut Bauherr und ausführendem Unternehmen waren die sehr guten Fließeigenschaften von TerraFlow dabei ebenso Auswahlkriterien wie die einfache Verarbeitung und die anschließende Standsicherheit auf den verfüllten Bereichen. So wird TerraFlow mit dem Fahrmischer angeliefert. Dies vereinfacht die Baustellenlogistik und verkürzt die Bauphase vor Ort. Außerdem umschließt der flüssige Verfüllbaustoff Leitungen und Rohre komplett und hohlraumfrei. Das sorgt für eine gute Rohrbettung und eine gleichmäßige Rohrbelastung. In Sachen Standsicherheit konnte TerraFlow überzeugen, weil der selbstverdichtende Baustoff setzungsfrei ist. Im Falle der Baustelle in Pforzheim war dies wichtig, da die nahe Bebauung vor Schäden geschützt werden musste. Auch die Möglichkeit einer späteren Freilegung der Rohre spielte bei der Entscheidung eine Rolle. TerraFlow kann beim Öffnen der verfüllten Bereiche mit einfachen Handwerkzeugen wie Spaten, Hacke und Schaufel wieder entfernt werden. Um diese Produkteigenschaften, allen voran die Fließfähigkeit, zu sichern, überwachte das baustofftechnische Labor der Betotech GmbH in Eppelheim, eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH, die Zusammensetzung des angelieferten Verfüllstoffs in Pforzheim.

Gute Argumente
Das Praxisbeispiel aus Pforzheim zeigt, dass ein Flüssigboden wie TerraFlow sehr gut für die Verfüllung von Gräben geeignet ist – vor allem, wenn schwierige Baustellenverhältnisse vorherrschen. Da dieser Baustoff fließfähig ist, bringt er zudem einige sehr gute Eigenschaften mit, die beim Einbau helfen, Zeit und Kosten zu sparen. So muss beispielsweise TerraFlow beim Einbau nicht gerüttelt oder nachverdichtet werden und umschließt Rohre und Leitungen trotzdem sehr gut - ohne die Bildung von Lufteinschlüssen. Dadurch werden neu verlegte Rohre oder bestehende Anlagen nicht der Gefahr einer Beschädigung durch Verdichtungsgeräte ausgesetzt. Doch bei allen positiven Produkteigenschaften sind wesentliche Faktoren bei der Planung und beim Einbau zu beachten, um die Vorteile des Baustoffs zu Geltung zu bringen. Welche wichtigen Informationen und Regeln es zum Produkt TerraFlow und dessen Verarbeitung gibt, steht im neuen Anwenderleitfaden TerraFlow von Heidelberger Beton.

Fundierte Grundlage
Der Leitfaden wurde dabei mit dem Anspruch erstellt, dass die Qualitätskette von der Produktion bis zum Einbau und zur späteren Beanspruchung geschlossen wird und so die hohe Produktqualität auf der Baustelle zum Tragen kommt. Der Leitfaden basiert auf den Ergebnissen der Untersuchungen im Labor der Abteilung Entwicklung und Anwendung der HeidelbergCement AG in Leimen, verschiedenen Praxisanwendungen bei Produktionsstätten von Heidelberger Beton und unter der prüftechnischen Begleitung durch die einzelnen Betotech Gesellschaften, den betontechnologischen Laboren von Heidelberger Beton. Zudem basiert der Leitfaden auf umfangreiche Untersuchungen und Prüfungen des IKT, dem Institut für Unterirdische Infrastruktur GmbH in Gelsenkirchen sowie auf dem Merkblattentwurf (2011.04) „Zeitweise fließfähige, selbstverdichtende Verfüllbaustoffe (ZFSV) aus Böden und Baustoffen“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV Merkblatt ZFSV). Damit wurde sichergestellt, dass der Leitfaden alle wesentlichen Regelwerke beachtet. So findet die DIN EN 1610 ebenso Beachtung wie das ergänzende Arbeitsblatt DWA-A 139 (Ver- und Entsorgungsleitungen), sowie ZTV E-StB und ZTV A-StB (Verkehrswege- und Straßenbau) bzw. DIN 18300 (Tiefbau allgemein).

Hilfe bei Planung und Verarbeitung
Der Anwenderleitfaden TerraFlow ist dabei vor allem Arbeitshilfe für die Planung und die Verarbeitung. So beschreibt er die Zusammensetzung von TerraFlow aus Sand, Zement, Wasser und einem speziellen TerraFlow-Compound und weist darauf hin, dass der Verfüllstoff an unterschiedliche Anforderungen mit unterschiedlichen Mixturen angepasst werden muss. Eine Veränderung des Aushärtungsgrads ist dabei ebenso möglich wie die Anpassung der Fließeigenschaften beim Einbau. Auch die Verwendung unter Wasser ist mittels geeigneter Einbauverfahren möglich.
Aber auch auf die einzelnen Anwendungsbereiche wird eingegangen. Erd-, Tiefbau- und Straßenbauarbeiten, Verfüllung von Gräben, Baugrubenverfüllung und Hinterfüllung im Hochbau, Schacht- und Hohlraumverfüllung, Reparaturarbeiten oder der Einsatz im Garten- und Landschaftsbau gehören dazu. Hier sind speziell die Anforderungen an den Einbau und das verarbeitende Personal zu beachten, auf die ebenfalls im Leitfaden eingegangen wird.
Damit zeigt der Anwenderleitfaden TerraFlow, welche Grundlagen es zu schaffen gilt, dass der Flüssigboden wie im Beispiel der Altstädter Straße in Pforzheim erfolgreich eingesetzt werden kann. Und wie man damit auf vorhandene Herausforderungen wie enge Platzverhältnisse oder Möglichkeit zur einfachen, späteren Öffnung der verfüllten Bereiche reagieren kann.

Anwenderleitfaden TerraFlow | HeidelbergCement/Fuchs
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