Die Kernsanierung einer 4,5 Kilometer langen Gebäudekette

In Prora auf Rügen wird aktuell eines der größten Immobilien-projekte Deutschlands verwirklicht: Die Kernsanierung einer 4,5 Kilometer langen Gebäudekette zu Ferienimmobilien, Lu-xus-Lofts und einer Hotelanlage mit Restaurants und Cafés. Die komplette Verantwortung für die Planung, Kalkulation und Montage spezieller Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärlösungen liegt bei der EM-Gruppe, die ein rundes Konzept aus einer Hand liefert.

>>Teil 1: Projekt und Fußbodenheizung<<

Prora, ein Ortsteil des traditionsreichen Seebades Binz, an der Ostküste Rügens gelegen, schaut auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Wegen seiner idealen Lage wurde an der Küste des kleinen Fischerortes in den 30er Jahren eine gigantische „Kraft durch Freude“-Ferienanlage geplant und teilweise auch gebaut. Sie sollte nach ihrer Fertigstellung 20.000 Urlaubern als Herberge dienen.

Geplant war ein Gebäude mit einer Gesamtlänge von 4,5 Kilometern. Das Projekt hat Dimensionen, die das Übliche sprengen. Dem entsprechend schwer fiel es, über 80 Jahre eine angemessene Nutzung für Ferienimmobilie zu finden. Ein Museum, das über die wechselhafte Geschichte des Ortes informiert und eine Jugendherberge, beanspruchen nur einen Bruchteil der vorhandenen Gebäudefläche.

Die Immobilie steht in traumhafter Lage unmittelbar hinter den Dünen an einem der schönsten Sandstrände der Insel. Sie bietet sich daher bestens an für eine Urlaubsanlage mit Meerblick. Der denkmalgeschützte Komplex wird von Grund auf saniert und umgebaut: Die insgesamt acht 550 Meter langen Gebäudeblöcke, die wiederum jeweils aus zehn Häusern mit Querriegeln bestehen, werden vollständig entkernt bis auf das Skelett aus Stahl und Beton. Der Komplex wird Block für Block in Ferienwohnungen, Luxus-Lofts und eine Hotelanlage mit Restaurants und Cafés umgebaut.

Die größte Herausforderung für alle am Umbau Beteiligten: Aus einer Immobilie, die in den 30er Jahren geplant und gebaut wurde, Lebensräume mit hohem Wohnwert zu schaffen, die den Anforderungen an das Wohnen im 21. Jahrhundert gerecht werden. Dabei gilt es für unabänderliche Determinanten, wie die für heutige Verhältnisse geringe Raumhöhe oder sehr lange Leitungswege, überzeugende Lösungen zu finden. Die Räume müssen schalltechnisch entkoppelt und bei der Wahl des Wärmeverteilsystems die Gebäudestatik berücksichtigt werden. Weitere Herausforderungen sind die Etagenbauweise und die individuelle Einrichtungsplanung der einzelnen Nutzer. Nicht zuletzt bedingt die Größe des Bauvorhabens eine leistungsstarke, wirtschaftliche und hygienisch einwandfreie Warmwasserversorgung.

Empur entwickelt die optimale Lösung für die Sanierung

Fußbodenheizungen von Empur haben sich in den letzten Jahrzehnten durch ihre innovativen Lösungen einen sehr guten Ruf erarbeitet. Und so kam - unerwartet aber nicht überraschend - die Anfrage des Großhandels Wiegand Papst nach einer Sonderlösung für Prora. Eine Fußbodenheizung, die besonders leicht und dünn und Trittschall optimiert sein sollte.

Einer Herausforderung, der sich das Empur-Team gerne stellte. Ein neuartiger Systemaufbau mit einem Spezialestrich wurde entwickelt. Das System wurde gemessen und geprüft. Insgesamt dauerte der Einstieg in das Projekt rund zweieinhalb Jahre.

Der neue Systemaufbau erfüllte alle Anforderungen, die von den Projektbeteiligten im Vorfeld definiert worden waren. Auf einer Fläche von rund 18.000 Quadratmetern kam eine Fußbodenheizung zum Einsatz, die mit ihrem flachen Aufbau überzeugte. Inklusive Dämmung und Verteilertechnik benötigt sie weniger als 80 mm Höhe. Das geringe Gewicht von nur 70 kg/m2 ist aus statischen Gründen insbesondere im Bestand vorteilhaft. Insgesamt werden 44.000 Quadratmeter EMPUR Flächenheizung in Block II und III verlegt. Die zugehörigen 30 mm dicken Mineralwolldämmplatten minimieren die Wärmeverluste. Da die großflächige Wärmeabstrahlung bereits mit niedrigen Systemtemperaturen erfolgt, werden Betriebskosten reduziert. Sparsam sind zudem der Selbstregelungseffekt der Heizung sowie die individuelle Anpassung der Raumtemperatur durch die Nutzer.

Zugleich reduziert die Dämmschicht den Trittschall um 53 dB – ebenfalls ein wichtiger Aspekt für den Einsatz bei Sanierungsprojekten, die nachträgliche Schallschutz-Maßnahmen erfordern. Spezielle Mineralwolldämmplatten erfüllen das geforderte Trittschallverbesserungsmaß von 53 dB. Zusätzlich verhindert ein breiter Randdämmstreifen die Geräuschübertragung an das Mauerwerk. Die Dämmplatten sind mit Rohrträgermatten aus Draht kombiniert, auf denen das flexible 5-Schicht-Heizungsrohr KLIMAPEX PE-RT 15x1,8 mm mittels Drahtschlaufen fixiert ist. Durch die bifilare Verlegung der Heizrohre ergibt sich eine gleichmäßige Oberflächentemperatur. Auf der 45 mm dicken, kunstharzvergüteten Sonderestrich-Schicht mit Metallarmierung kann bereits nach kurzer Trocknungszeit der Oberbelag verlegt werden.

Da für die Erdgeschosse keine außergewöhnlichen Trittschallanforderungen gelten, kommt hier eine andere Lösung zum Einsatz, die noch flacher und noch schneller zu installieren ist. Basis ist die EMPUR Verbundplatte „Exclusiv“ mit einer aufkaschierten, hochreißfesten Mehrschichtverbundfolie, auf der das KLIMAPEX Heizrohr PE-RT 15x1,8 mm verlegt wird. Das verwendete PUR THERM-Tackersystem spart Zeit, ist einfach und garantiert einen festen Halt. Der komplette Aufbau kommt schon mit 40 mm aus.

Das ganze Konzept aus einer Hand

Besonders von Vorteil für dieses Projekt war, dass sich Empur in den letzten Jahren neu am Markt aufgestellt hat. Langjähriges Know-how in den Bereichen „Planung“ und „Ausführung“ wurden in eigenen Gesellschaften gebündelt. So entstand die EM-Gruppe.

Sie besteht aus Empur, dem Spezialisten für Flächenheizungen, der EM-plan und der EM-solution. Die Planung, Ausschreibung und Bauleitung wurden bei dem Projekt in Prora von der EM-plan verantwortet. Gleichzeitig hat die EM-solution mit ihren erfahrenen Fachleuten - als Dienstleister für die Handwerker - die Arbeiten unterstützt. Die Qualitätsprodukte kamen natürlich von Empur.

Diese Konstellation machte es möglich, eine zentrale Forderung des Bauherrn zu erfüllen. Es wurde gewährleistet, dass ein Spezialist von EM-solution als Bauleiter ständig die Bauarbeiten an der Fußbodenheizung vor Ort begleitete. Es wurde gewährleistet, dass ein Spezialist von EM-solution als Bauleiter ständig die Bauarbeiten an der Fußbodenheizung vor Ort begleitete. 

>>Teil 2: Gebäudetechnik<<

Die Leistungsfähigkeit der EM-Gruppe überzeugte in Prora auf Rügen alle Beteiligten und so wurden die Spezialisten der EM-plan und EM-solution mit weiteren Aufgaben bei der Realisierung des Mammutprojektes beauftragt. Auf Rügen zeichnet die EM-Gruppe verantwortlich für die Planung und Umsetzung komplexer TGA-Lösungen für Gebäudeabschnitte in Block II sowie den Block III einschließlich des Hotels und Wellness-Bereichs mit Innen- und Außenpools. Um alle Wünsche und Vorgaben optimal umsetzen zu können, war EM-plan von Anfang an in den Planungsprozess involviert.

Intelligente Heizungssteuerung über Bussystem

Die Heizkreisverteiler in den flachen Unterputzverteilerschränken mit Regelklemmleisten und Stellantrieben stammen ebenfalls von EMPUR. Die in Block III installierten EMPUR Geniax-Komplettverteiler zeichnen sich durch eine intelligente Pumpenelektronik mit einer Busverbindung aus. So wird die Wärmeversorgung exakt, bedarfsgerecht und mit größter Effizienz gesteuert. Im durchgängigen Betrieb liegen die Einsparungen gegenüber konventioneller Verteilertechnik bei bis zu 20 Prozent. Ein weiterer Pluspunkt für die Nutzer: Durch die Busanbindung lässt sich die Heizung auch komfortabel über eine Smartphone-App bedienen.

Leistungsstarkes Heizsystem

Die Anlagenplanung umfasst die gesamte Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik. Das von EM-plan für den Immobilienkomplex Prora entwickelte Energiekonzept basiert auf der Anlagentechnik mit kaskadierten Gasbrennwertgeräten: In Block II und Block III kommen jeweils zehn Gasheizkessel zum Einsatz – ein Gerät pro Haus –, die Leistungen betragen zwischen 150 und 380 KWh. Die größte Heizlast entfällt auf das Hotel mit Wellnessbereich. In den 21 Luxus-Lofts läuft die Heizung und Kühlung der Wohnräume über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe.

Bedarfsgerechte und sichere Wasserversorgung

Zusätzlich verfügt jedes Haus über einen 1.000 Liter Pufferspeicher für die Trinkwassererwärmung, das Warmwasser wird durch eine mit dem Pufferspeicher kombinierte Frischwasserstation bereitgestellt. Sie erwärmt das Trinkwasser schnell und hygienisch im Durchlauf, bevor es über zentrale Leitungen zu den Zapfstellen gelangt. Auf diese Weise ist die Trinkwassererwärmung bedarfsgerecht, ressourcenschonend und energieeffizient. Der bewusste Verzicht auf eine Vorratsspeicherung reduziert vor allem die Gefahr durch gesundheitsgefährdende Keime im Trinkwasser.

 Lüftung nach Maß

Alle Wohneinheiten verfügen über dezentrale Abluftsysteme mit separaten Zuluftelementen. Sie gewährleisten eine optimale Durchlüftung der Wohnräume und sichern ein angenehmes Raumklima. Schwimmhalle, Fitness- und Wellnessbereiche sind mit einer zentralen Lüftungsanlage ausgestattet. Eine spezielle PUR Alu/Alu-Dämmung der Lüftungskanäle aus dem Hause EMPUR minimiert die Betriebsgeräusche.

Neue Hotelprojekte im Visier

Die professionelle Abwicklung des Projektes beeindruckte den Bauherrn und so kam durch dessen Bauleiter die Anfrage, ob die EM-Gruppe nicht auch den Wellnessbereich und die Pools planen und den Bau koordinieren könne? Das Empur-Team freute sich auf die neue Herausforderung und spürte doch gleichzeitig den Erwartungsdruck.

Inzwischen sind ein Innenschwimmbad, ein Wellnessbereich und drei Pool gebaut. Ein weiterer Pool ist in der Planung. Im nächsten Bauabschnitt soll ein doppelt so großer Wellnessbereich entstehen. Weitere gemeinsame Hotelprojekte sind in der Planung. So wurde die

Anfrage eines Händlers nach einer Sonderlösung für die Ferienwohnungen in Prora zur Initialzündung für eine Reihe weiterer Großprojekte in der EM-Gruppe.

>>Statement Michael Gertig, Technischer Leiter EM-plan<<

„Der integrale Planungsansatz, der alle relevanten Einflussgrößen eines Projekts berücksichtigt, erfordert es, dass Architekt und Haustechnik-Planer schon in der Entwurfsphase eng zusammenarbeiten“, betont Michael Gertig, Technischer Leiter von EM-plan. „Nur so konnte dieses wahrhaft gigantische Projekt gestemmt und bis ins Detail optimiert werden. Das Ergebnis sind Einsparungen bei Bauzeit und Material sowie langfristig niedrige Betriebskosten.“

Bei der Haustechnik sind hochwertige technische Lösungen gefragt, insbesondere im Bereich Wärmeverteilung. Bei der Wahl der Fuß-bodenheizung stellen Statik, Aufbauhöhe und Trittschall eine be-sondere Herausforderung dar | Empur
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