Ausgabe5-2013 / 2013

Neubau einer Fachschule in Montpellier

Solitär mit Strahlkraft

Als ein architektonisches Statement der Stadt gilt das neue Lyzeum in Montpellier. Organisch geschwungene, gebogene und gewölbte Fassaden und Dächer verleihen dem Gebäudeensemble vielfältige Reize. Mit glänzenden Aluminium-Verbundplatten ließen sich die Flächen planeben umsetzen

Montpellier, angesiedelt am französischen Mittelmeer, ist eine rekordverdächtig schnell wachsende, prosperierende Stadt. Obwohl dort lediglich ca. 400 000 Menschen leben, die Vororte mitgerechnet, hat Montpellier in der Region dennoch längst Metropolcharakter. Denn hier befindet sich das administrative Zentrum der Region, hier ist der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt zu sehen und von hier gehen zahlreiche Impulse aus; jeder vierte Einwohner ist an der Universität eingeschrieben.

Der eigenwillige Sozialist Georges Frêche, der über ein viertel Jahrhundert als Bürgermeister die Geschicke der Stadt lenkte, war durchaus gewillt, in seiner Stadt einige schwer zu übersehende Fußabdrücke zu hinterlassen. Das Sozialbau-Quartier Antigone, eine fragwürdige Reminiszenz an den römischen Baustil, gehört ebenso dazu wie die beauftragten Standbilder von Politikern des zwanzigsten Jahrhunderts, wie Roosevelt, de Gaulle, Lenin, Mao und andere. Wohl nicht zuletzt weil sich der politische Haudegen in seiner Heimat großer Beliebtheit erfreute, setzen die Bürger der Stadt auch nach dessen Tod weiter auf architektonische Statements, um ihr Selbstbewusstsein zu demonstrieren und ihren regionalen Führungsanspruch zu untermauern. Das Rathaus von Jean Nouvel und François Fontès ist ebenso in diesem Zusammenhang zu sehen wie die spektakuläre Bibliothek von Zaha Hadid, übrigens das erste Hadid-Gebäude in Frankreich.

Moreno Maggi für Studio Fuksas

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