Ausgabe5-2013 / 2013

Neubau eines Stiftungsgebäudes in Chicago

Perforierter Vorhang

Der Neubau der Poetry Foundation in Chicago, ein schlichtes, geometrisches Rechteck, wird von perforiertem Titanzink umhüllt. Die Raffinesse der Fassadengestaltung zeigt sich erst bei präziser Betrachtung von nahem.

Das Gebäude der Poetry Foundation, der Stiftung für die Dichtkunst, steht an der südwestlichen Ecke der Dearborn und der Superior Street in unmittelbarer Nachbarschaft des Chicagoer Stadtviertels River North.

Von weitem wirkt es wie eine monolithische schwarze Box. An der Straßenfront ist es von einem metallischen Vorhang aus gewelltem und perforiertem Zink umgeben. Von der Seite betrachtet bleibt die Fassade undurchsichtig, direkt von vorne gesehen scheint sie fast transparent und lädt zur genaueren Erkundung ein. Hinter der Zinkhülle ist ein Garten als zentrales Element zu erkennen, durch den der Bau betreten wird. Die zurückversetzten, verglasten Flächen der eigentlichen Gebäudefront geben den Blick auf das Innere frei.

Entwurfskonzept

Für den Architekten John Ronan ging es bei seinem Entwurfskonzept vor allem darum, die Idee der Poesie selbst in die Architektur zu übertragen. Er wollte keine Zitate an den Außenwänden oder vergleichbare Visualisierungen. Er spricht zwar von Worten, wenn er sagt „es ist ihre Auswahl und Anordnung, die Poesie ausmachen", doch gilt dies auch für seinen Entwurf.

Steve Hall @ Hedrich Blessing Photographers, USA

Projektinformationen