Ausgabe2012

Neubau der Kronthal-Schule

Die neu errichtete Kronthal-Grundschule in Kronberg im Taunus bietet bis zu 300 Schülerinnen und Schülern, verteilt auf 14 Klassen, ein modernes Lernumfeld. Im Rahmen des Innenausbaus der Unterrichts- und Verwaltungsräume genauso wie der großzügigen Eingangshalle nutzte das verantwortliche Unternehmen, die DHS Bauconsulting GmbH aus Berlin, moderne Trockenbausysteme von Rigips, die sowohl dem manchmal recht lebhaften Schulalltag als auch hohen Anforderungen etwa in puncto Raumakustik gerecht werden. Das Ergebnis: Ein überzeugendes Gesamtkonzept – herausragend umgesetzt mit Trockenbaumaterialien –, das dem Unternehmen den Sieg im Leistungsbereich „Premiumsysteme“ im renommierten Ausbauwettbewerb Rigips Trophy einbrachte.

Nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Dörr Ludolf Wimmer entstand mit einer Bruttogeschossfläche von 6.610 m2 im Herzen von Kronberg ein modernes, auf Ganztagesbetrieb ausgerichtetes Schulhaus. „Konzeptionell besteht das Gebäude aus einem Winkel mit allen Klassenräumen und einem Rechteck mit sämtlichen Infrastruktureinrichtungen wie Verwaltungs- und Seminarräumen, der Schulleitung, einer Mensa und weiteren Fachklassen“, erläutert Architekt Josef Wimmer den Aufbau der Kronthal-Schule. „Die beiden Baukörper sind durch eine zentrale Halle über drei Geschosse miteinander verbunden. Sie ist das Herzstück der Einrichtung und führt als ,Schulstraße’ vom Haupteingang über eine großzügige Treppenanlage zum Pausenhof eine Ebene tiefer, die Hanglage des Grundstücks nutzend.“

Großen Wert legten Bauherr und Architekt unter anderem auf die ökologischen Aspekte des Gebäudekomplexes: Die im idealen Winkel von 35 Grad nach Süden geneigten Rücken der Oberlichter etwa wurden mit Sonnenkollektoren bestückt. Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und zur Toilettenspülung genutzt. Ein mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk minimiert den Heizenergiebedarf des Gebäudes bei hohem Wirkungsgrad, während eine hochwertige Dämmung der Außenwände und durchgängige Isolierverglasung für maximale Energieeffizienz sorgen. Kurzum: Es entstand ein Schulgebäude, das in seiner gesamten Ausrichtung Maßstäbe für zukünftige Bildungsbauten setzt. Eine Modernität, die sich auch im Innern der Kronthal-Schule fortsetzt.

Innovationen im Großen wie im Kleinen
„Rückblickend sind mir vor allem die vielen unterschiedlichen Aufgabenstellungen in Erinnerung geblieben“, erklärt der verantwortliche Bauleiter Dipl.-Ing. (TU) Architekt Yusef Muzlah von der DHS Bauconsulting. „In dem gesamten Bau wurden kaum Standardkonstruktionen verwendet. Vielmehr haben wir viele Details und Sonderkonstruktionen direkt mit dem Architekten abgestimmt, notfalls wurden auch einmal einzelne Abschnitte zurückgebaut, um gemeinsam eine noch bessere Lösung zu finden.“

Beispielhaft für die Suche nach neuen Möglichkeiten nennt Yusef Muzlah die Arbeiten in den Klassenräumen. Für deren Wände nutzte das DHS-Ausbauteam erstmals ein neuartiges, besonders robustes System von Rigips. Das Wandsystem „Rigips Hybrid GF Top“ zeichnet sich durch eine wirtschaftliche und zugleich höchst leistungsfähige doppelte Beplankung aus. Auf ein Doppelständerwerk aus CW-Profilen montierten die Handwerker zunächst eine erste Lage „Rigips Bauplatten RB“ (12,5 mm). Darauf folgte eine zweite Lage aus „Rigidur H“-Gipsfaserplatten. Die Vorteile des Systems liegen für Yusef Muzlah auf der Hand: „Durch die Kombination aus Gipskarton und Gipsfaser konnten wir eine optimale Einleitung von Lasten aus Wandaufbauten wie Bildern und Regalen aber auch horizontale Anpralllasten sicherstellen, sehr gute Schallwerte realisieren, harte und robuste zeitgleich aber sehr ebene Oberflächen schaffen. Die geforderte Q 3-Qualität war zum Beispiel ohne weitere Nachbehandlung zu erreichen, lediglich die Fugen mussten vor dem Anstrich der Wände mit ,VARIO Fugenspachtel’ verspachtelt werden. Mithilfe von Distanzhaltern haben wir während der Montage darauf geachtet, dass wir regelmäßige 5 mm breite Dehnfugen zwischen den Gipsfaserplatten hatten.“

Für Schulgebäude prädestiniert
Gerade für die Anwendung in Schulgebäuden eignet sich aus Sicht von Yusef Muzlah das innovative Hybrid-System von Rigips. „Mit einer doppelten Beplankung aus einfachen Bauplatten wären wir sicherlich 30 bis 40 Prozent günstiger gewesen, aber im bisweilen rauen Schulalltag kommt man damit nicht weit. Wo Stühle, Tische und vielleicht auch mal der eine oder andere Fuß beziehungsweise Schultornister gegen die Wand schlägt, braucht man wirklich robuste Oberflächen. Mit dem Hybrid-System vereint man also optimal die beiden Aspekte Wirtschaftlichkeit und Oberflächengüte.“ Zusätzliche Widerstandsfähigkeit erhielten die Wände im Bereich der 100 mm hohen Sockelleiste. Hier verstärkte das Baustellenteam die Wände mit zwei zusätzlichen Plattenstreifen aus Gipskarton und einem Extraprofil als Abstandhalter.

Auch in puncto Schallschutz waren mit dem System und einer eingebrachten 80 mm dicken Mineralwolldämmung die geforderten R'w 47 dB, bei der Trennwand zum Musikraum sogar R'w 55 dB nach DIN 4109, spielend einfach einzuhalten.

Lochplatten sorgen für gute Lernatmosphäre
Um in den Unterrichtsräumen eine angenehme Raumakustik und damit eine optimale Lernatmosphäre zu schaffen, wurden alle Decken mit abgehängten „Rigiton Air 8/18“-Lochdecken ausgestattet, ebenso wie die umlaufenden Deckenabkofferungen. Die als Unterkonstruktionen dienenden CD-Profile wurden circa 280 mm tief mit Noniusabhängern abgehangen, alle Decken erhielten eine vollständige Umrandung mit Schattenfugen. Für die Einbauleuchten wurde – je nach Leuchtentyp – die Unterkonstruktion ausgewechselt, bevor umlaufend ein glattes Fries gespachtelt wurde. Besondere Sorgfalt bei der Erstellung des Lochbildes und des Wandanstrichs war unter anderem durch die vollverglaste Fassade gefragt: Streiflichtbildung auch bei direkter Sonneneinstrahlung sollte unbedingt vermieden werden.

Robust auf der einen, schallabsorbierend auf der anderen Seite
Auf die wirksame Kombination aus Hybridwandsystem und Lochplatten setzten Yusef Muzlah und sein Team auch im Foyer und den Schulfluren. So wurde auch die Unterkonstruktion für das Geländer der raumprägenden Treppe im Foyer mit einer Lage „Rigips Bauplatten RB“ und einer Decklage aus „Rigidur H“-Gipsfaserplatten bekleidet. Die waagerechten, die Flurgänge umlaufenden Brüstungen – errichtet aus einer Stahlunterkonstruktion mit Hut-Federschienen – erhielten auf der Gangseite eine robuste Beplankung aus Gipsfaserplatten, auf der Seite hin zum Luftraum eine Beplankung mit „Rigiton Air“-Lochplatten. „Robust auf der einen Seite, schallabsorbierend auf der anderen Seite“, fasst Yusef Muzlah den einleuchtenden Gedanken hinter dieser Konstruktion zusammen. „Gerade bei den Brüstungsflächen haben wir sehr genau auf die exakte Ausrichtung des Lochbildes geachtet, um wirklich fugen- und frieslos um die Ecken beplanken zu können. Einen zusätzlichen gestalterischen Akzent setzen in das Lochbild der Brüstungen integrierte Sichtfenster.“

Ein weiteres Beispiel für die saubere Arbeit auch im Detail und die Suche nach außergewöhnlichen Lösungen findet sich in und an den Treppengeländern. „Gewünscht war hier eine Akzentuierung des Geländers mit Fugen, die später farblich abgesetzt werden sollten. Da wir hierfür kein passendes Fertigprofil gefunden haben, haben wir kurzer Hand Kabelkanäle in die benötige Form geschnitten und als Profile genutzt. Zeitaufwändig, aber unter optischen Gesichtspunkten zwingend erforderlich, war darüber hinaus die Herstellung des absolut bündigen Anschlusses der Lochplatten- beziehungsweise Gipsfaserbekleidungen an den Holzhandlauf des Treppengeländers und der Brüstungen.“

Funktional und geschmackvoll
Dass bei aller Funktionalität der eingesetzten Trockenbausysteme auch die Ästhetik nicht zu kurz kommt, beweist die Kronthal-Schule schon auf den ersten Blick: Klare und offene Strukturen, umlaufende Schattenfugen, durchgehende Lichtbänder zu den Klassenraumwänden, sinnvoll etwa für Einbauschränke genutzte Nischen und Vorsprünge prägen die Flure und Zimmer. Ein Innenraumkonzept, das auch die Fachjury der Rigips Trophy überzeugte. Die Vorteile eines innovativen Systems wie dem „Rigips Hybrid GF Top“ und eine stilvolle Architektur ergänzen sich, so die offizielle Jurybewertung, in der Kronthal-Schule in perfekter Form und schaffen einen Bildungsbau, der robust und geschmackvoll gleichermaßen zur Heimat für Schüler und Lehrer geworden ist.

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