Ausgabe6-2013 / 2013

Neubau eines Hochregallagers in Coesfeld-Lette

Gefaltetes Vexierbild

Der Bekleidungsfilialist Ernsting's family ließ am Firmensitz in Coesfeld-Lette ein neues Hochregallager bauen. Gläserne Fassaden machen alle Warenbewegungen im Innern von außen sichtbar. Als zweite Haut sorgt eine Solarfassade aus PV-Modulen und Crashglas für hohe Energieeffizienz.

Interessant ist das Gebäude nicht nur wegen seiner Höhe von 28 m, der 22 000 Palettenstellplätze oder der Tatsache, dass von hier aus das gesamte Bekleidungssortiment von Socken bis Blazer vollautomatisch an die einzelnen Filialen ausgeliefert wird. Was den Neubau zum bemerkenswerten Industriebau mit Eventcharakter macht, sind seine gläsernen Fassaden. Die transparente Primärfassade lässt alle Warenbewegungen im Innern von außen sichtbar werden. Ummantelt wird diese in großen Teilbereichen von einer zweiten Haut – einer aus PV-Modulen und Crashglas bestehenden hocheffizienten Solarfassade. Das Konzept des Gebäudes – gläserne Architektur verbunden mit ausgeklügelter Technik – hat auch die Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) überzeugt, die das Gebäude mit Gold vorzertifiziert hat. Und: Das Gebäude hat jüngst einen Architekturpreis gewonnen.

„Architektur muss für den Menschen da sein", so wie der Unternehmensgründer Kurt Ernsting stellen auch seine Nachfolger die Architektur durch eine nachhaltige und ganzheitliche Bauweise in den Dienst kommender Generationen. So verwundert es nicht, dass beim Bau des neuen Hochregallagers neben ökologisch einwandfreien und recycelbaren Baustoffen auch das Thema Solarenergie eine große Rolle spielt. Nach den Entwürfen des Künstlers Nabo Gaß und der Ausführung durch das Architekturbüro Wortmann erhielt das Hochregallager mit Ausnahme der begrünten Dachfläche eine gläserne Primärfassade aus Wärme-dämmglas, die ihrerseits, in den nach Süden ausgerichteten Fassadenflächen von einer gefalteten Solarmembran ummantelt wird. Durch den Einsatz dieser fassadenintegrierten Photovoltaikanlage mit einer gesamten jährlichen Leistung von mindestens 260 000 Kilowattstunden trägt sich das Lager energetisch vollkommen selbst.

Espendiller+Gnegel

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