Ausgabe5-2013 / 2013

Anbau eines Geschäftshauses in Metzingen

Fachwerk trifft Blei

Der Kontrast zwischen Tradition und Moderne lädt zum Experimentieren ein: Spannende Gegensätze oder überraschende Harmonie? Bisweilen gelingt beides zugleich – wie beim neuen Geschäftshaus im schwäbischen Metzingen: Drittältestes Fachwerkgebäude der Stadt plus puristischer Neubau plus ein für die Region ungewöhnlicher Fassadenwerkstoff – Walzblei.

Metzgerei, Nagelschmiede, Bauernhaus – das Fachwerkgebäude an der Wilhelmstraße 14 hat in seiner rund 500-jährigen Geschichte vielfältige Zwecke erfüllt. Im Jahr 2011 ist eine weitere Funktion hinzu gekommen: Das historische Gebäude wurde Teil eines Mode-Outlets und gehört nun zur großen Familie der Fabrikverkäufe am bekannten Modestandort Metzingen. Um seiner neuen Aufgabe gerecht zu werden, musste das Haus im Herzen der Stadt allerdings deutlich vergrößert werden. Die Lösung: Ein Anbau, der in seiner schlichten Eleganz ein eigenes Ausrufezeichen setzt, ohne seinen historisch bedeutenden Nachbarn in den Schatten zu stellen.

Alt und neu im Ensemble

Seine unverkennbare Ästhetik erhält der Neubau durch eine innovative Fassade: Der gesamte Baukörper ist inklusive der Dachflächen vollständig mit Walzblei eingekleidet. Die anthrazitfarbene, metallisch glänzende Hülle lässt das Gebäude monolithisch – wie „aus einem Guss" – wirken und harmoniert dennoch mit der traditionellen Bebauung in der Umgebung. Damit Altes und Neues eine optisch spannende und zudem funktionelle Einheit bilden konnten, mussten an vielen Stellen innovative Wege eingeschlagen werden. Notwendig war insbesondere eine enge Abstimmung mit dem Denkmalamt.

Keppler Architekten

Projektinformationen