Ausgabe24

Landflucht

Editorial
Landflucht
In den Ballungsgebieten der Groß­städte wie München oder Stuttgart ist es zwar immer noch das Reihen­häuschen oder freistehende Einfamilienhaus, das die jungen Familien aufs Land oder in den Speckgürtel zieht. Aber auch hier ist ein Trend „back to the city“ zu beobachten. Sicherlich auch, weil das „Hausfrau­en­modell“ auf dem Lande heute nicht mehr so gut funktioniert wie noch vor Jahren und auch mit Kin­dern das Wohnen in der Stadt an Attraktivität gewinnt. Die Städte reagieren auf diesen Trend mit einem breiten Angebot attraktiver Wohnformen: die Stadtvilla erlebt ein ungeahnt erfolgreiches Revival, Lofts und Pent­häu­ser für eine junge, finanzkräftige Klientel entstehen.
Thema
Kunterbunt und ungewohnt
Dass innerstädtisches Wohnen wieder an Boden gewinnt, ist kein Zufall. Der gewachsenen Vielfalt an Haushaltsformen und an Lebensstilen, dem gestiegenen Bedürfnis nach unterschiedlichem Wohnen in verschiedenen Lebensabschnitten kann in der Stadt besser als auf dem Land entsprochen werden. Das führt zu einer neuen Vielfalt an Wohnformen, architektonischen Aufgaben und einer neuen Bereitschaft zum Experiment. Wir stellen exemplarische Projekte der letzten Zeit vor.
Essay - kein einfacher Weg
Das Wohnen in der Stadt hat Konjunktur. Das überrascht auf den ersten Blick. Analysiert man diese Konjunktur aber genauer, stellt man fest, dass der Erfolg nicht zufällig ist, und die Wurzeln des aktuellen Trends bis in die 1970er Jahre reichen. Der Weg zur heutigen Situation verlief dabei allerdings keineswegs geradlinig. Im Gegenteil, er war von Krisen und Konflikten begleitet. Und so schön der Erfolg gerade deswegen ist – für die Zukunft ist er damit noch lange nicht garantiert.