Ausgabe39

Im Oberstübchen

Editorial
Mit dem richtigen Weitblick über den Dingen stehen
Klingt das nicht verlockend – ein Leben mitten in der Stadt, nah am Geschehen, aber trotzdem zurückgezogen und individuell wohnen? Wo Wohnraum knapp wird sind frische Ideen und mutige Konzepte mit Weitblick erforderlich, um neue nutzbare Flächen zu erschaffen. In dieser Arcguide-Ausgabe zeigen wir Ihnen einige bekannte und vor allem viele neue Dachaufbauten und -umbauten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und Spanien.

Auch auf den Wertewandel des Wohnens „über den Dingen“ werfen wir einen Blick: Das letzte Geschoss hat sich von der Dienstbotenwohnung zur heiß begehrten Großstadtimmobilie gewandelt und bei dieser Entwicklung die verschiedensten Nutzungsmöglichkeiten hervorgebracht. Vom klassischen Dachgarten als grüne Erholungsoase bis hin zum Anbau von Nutzpflanzen – über unseren Köpfen ist mehr los, als wir denken!

Außerdem haben wir für Sie Buchempfehlungen, Messe- und Ausstellungstermine und einen Tipp für besonders Mutige in einer Sammlung zusammengestellt, die Sie in unserer Rubrik „Was geht?“ auf den Seiten 16 und 17 finden. Ab Seite 18 präsentieren wir Ihnen verschiedene Systeme und Anwendungen für den Planungsbereich „Dach“.

Schauen Sie doch beim nächsten Einkaufsbummel nicht nur in die Schaufenster, sondern lenken Sie Ihren Blick auch nach oben!

Ein aussichtsreiches Lesevergnügen wünscht Ihnen
Anne Dörte Schmidt
Thema
Auf's Dach gestiegen
Früher Dienstbotenwohnung oder Arme-Leute-Zimmer ist das Dachgeschoss heute eine der begehrtesten Lagen in Großstädten. Dabei ist alles möglich – vom Arbeiten in einer Skulptur über das Wohnen in einer Dorf-Landschaft bis hin zum Restaurantbesuch auf einem Viktorianischen Industriebau. Wenn wir heute jemandem „auf’s Dach steigen“, meinen wir damit nur selten den Akt an sich. Wir wollen ihn zurechtweisen, ihm unsere Meinung sagen. Die heute noch gebräuchliche Redewendung stammt vermutlich aus dem Mittelalter. Damals wurde demjenigen auf’s Dach gestiegen und das selbige abgedeckt, der gegen die Ordnung verstoßen hatte – nicht nur gegen die geltende Rechtsordnung sondern auch gegen gesellschaftliche Regeln...
Dachbodenschätze
Es passiert immer wieder: Lange Verschüttetes, seltene Fotos, alte Briefe oder andere verloren geglaubte Schätze kommen auf dem Dachboden wieder zum Vorschein. Allerdings kann so ein Dach(boden) auch selbst ein Schatz sein. Und zwar indem er Raum für das bietet, was am Boden nicht möglich ist. Es gibt Städte auf dieser Welt, auch in Deutschland, die schrumpfen. Überalterung, hohe Arbeitslosigkeit und fehlende wirtschaftliche Kraft sind Faktoren dafür, dass diese Orte leerer und in der Konsequenz kleiner werden. Im Gegensatz dazu entwickeln sich andere Städte genau in die andere Richtung: sie wachsen und wachsen, vor allem die Einwohnerzahlen. Doch die Schwierigkeit besteht meist darin, dass die Städte sich nicht unendlich in ihrer Fläche ausbreiten können. Und dann wird es als erstes knapp mit Wohnraum, aber auch mit Grünflächen, die nicht allein der Erholung, sondern auch einer positiven klimatischen Bilanz oder als Versorgungseinheit dienen. Eine Möglichkeit diesem Mangel entgegenzuwirken, ist die Nutzung von bisher brachliegenden Dachflächen. Besonders geeignet sind Flachdächer, da ihre Grundfläche nahezu identisch ist mit der des Hauses und so die Versiegelung der Bodenfläche ausgleicht...


Sponsoren dieser Ausgabe:

Bauder Dörken Erlus
Lamilux Wienerberger



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