23.06.2017 | Veranstaltungen

Das Centro Botín eröffnet

  • Eröffnung: Carsten Höllers erste Einzelausstellung in Spanien
  • Eröffnung: Zeichnungen von Goya aus dem Museo del Prado
  • Eröffnung: Arbeiten aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst derFondación Botín
  • Permanent: Neue Skulptur von Cristina Iglesias für den öffentlichen Raum

Das Centro Botín, entworfen vom Architekten und Pritzker-Preisträger RenzoPiano, wird am 23. Juni 2017 in Santander eröffnet. Es wird der Fundación Botín und ihren Kunst-, Kultur- und Bildungsprogrammen eine dauerhafte Bleibe bieten. Die Stiftung gilt als wichtigste private Kulturstiftung Spaniens. Der Bau ist das erste von Renzo Piano entworfene Gebäude in Spanien.

Mit seinen 10.285 qm bildet das Centro Botín ein Wahrzeichen an Santanders Küstenlinie und erschließt der Stadt eine Fläche, die zuvor als Parkplatz der Fähranlegestelle diente. Das auf Stelzen stehende Gebäude bietet einen Rahmen für spektakuläre Ausblicke auf Santander und seine Bucht. Die aus 270.000 Keramikplatten zusammengesetzte Oberfläche reflektiert das Farbenspiel von Ozean und Himmel. Der Bau umfasst 2.500 Quadratmeter Ausstellungsflächen, ein Auditorium mit 300 Plätzen, Seminarräume, Werkstätten, einen Laden und eine Dachterrasse, die einen neuen Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt und die Bucht bietet. Im Restaurant El Muelle kreiert der Zwei-Sterne-Koch Jésus Sánchez eine ungezwungene Atmosphäre.

Das Centro Botín ist in den historischen Pereda-Gärten errichtet worden, die im Rahmen der Bebauungsmaßnahmen umfassend restauriert und erweitert wurden. Dieses Projekt wurde unter der Leitung des Landschaftsarchitekten Fernando Caruncho in Zusammenarbeit mit dem Renzo Piano Building Workshop ausgeführt. Die Gärten, deren Areal auf annähernd vier Hektar verdoppelt wurde, erschließen einen neuen wunderschön gestalteten öffentlichen Raum, bieten einen Prospekt für Freiluftkunstwerke und verbinden das Stadtzentrum mit dem
Meer.

Das Centro Botín eröffnet mit drei bedeutenden Ausstellungen: Carsten Höller, Francisco de Goya und Werke aus der ständigen Sammlung der Fundación Botín. Ein weiterer Höhepunkt ist die Einweihung einer permanenten skulpturalen Intervention von Cristina Iglesias.

Das Werk des international renommierten Künstlers Carsten Höller wird in einer herausragenden, von Vicente Todolí und Udo Kittelmann kuratierten Ausstellung zum ersten Mal in Spanien vorgestellt. Die Kuratoren sind Mitglieder des beratenden Kunstkommitees der Fundación Botín. Höller, der für seine
schwindelerregenden Rutschen und spielerischen interaktiven Installationen berühmt ist, wird neben einer Auswahl bekannter Werke – manche wie Elevator Bed (2010) eigens für das Centro Botín neu in Szene gesetzt – auch jüngere Arbeiten zeigen. Ausstellungsbesucher können eine Nacht im Elevator Bed
buchen, das mit allen Annehmlichkeiten eines luxushotelzimmers ausgestattet ist. Das Bett dreht sich, fährt auf und ab und erhebt sich dabei bis zu dreieinhalb Meter über den Boden, und so einen Eindruck von der übrigen Ausstellung zu ermöglichen. Ergänzend zur Werkschau hat der Künstler eine neue, von der
Fundación Botín für die Pereda-Gärten in Auftrag gegebene ortsspezifische Lichtinstallation geschaffen, die unter dem Titel 7,8 Hz von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang aktiv ist.

Die Fondación Botín hat mit der wissenschaftlichen Bearbeitung von Zeichnungen der großen spanischen Künstler des 17. Jahrhunderts bis in die Gegenwart Pionierarbeit geleistet. Dies wird seinen Widerhall in einer bedeutenden Ausstellung mit 80 Zeichnungen Francisco de Goyas finden, die eine Auswahl
aus der weltberühmten Sammlung des Museo del Prado darstellen. Die Schau mit dem Titel Kunstfertigkeit und Kühnheit – Goyas Zeichnungen wird kuratiert von José Manuel Matilla, Leiter der Abteilung für Druckgrafik und Zeichnung im Museo
del Prado, und Manuel Mena, Chefkurator der Abteilung für Goya und die Kunst des 18. Jahrhunderts des Museo del Prado sowie Mitglied des beratenden Kunstkommitees der Fundación Botín. Zeitgleich mit der Ausstellung wird der erste Band des  Werkverzeichnisses von Goyas Zeichnungen veröffentlicht, Teil eines fünfjährigen Vorhabens, das aus einer  außergewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen dem Prado und der Fundación Botín hervorgegangen ist.

Eine erste Auswahl aus der ständigen Sammlung der Fundación Botín stellt Arbeiten von Künstlern vor, die in den vergangenen fünfzehn Jahren Workshops für Bildende Kunst geleitet haben sowie von Empfängern der von der Fondación vergebenen Kunststipendien, darunter Lara Almarcegui, Miroslav Balka, Carlos Bunga, Tacita Dean, Carlos Garaicoa, Mona Hatoum, Antoni Muntadas und Juan Uslé.

Cristina Iglesias, die international anerkannte spanische Künstlerin hat eine skulpturale Intervention für die Außenanlage des Centro Botín und die Pereda- Gärten konzipiert. Die Arbeit besteht aus Stein, Stahl und fließendem Wasser und trägt den Titel Desde lo subteraneo (Aus dem Untergrund).

Das Programm wird gestaltet vom beratenden Kunstkommitee der Fundación Botín unter der Leitung ihres Präsidenten Vicente Todolí, vormals Direktor des Tate Modern, und des  künstlerischen Direktors des Centro Botín, Benjamin Weil. Weitere Mitglieder des Kommitees sind Paloma Botín, Udo Kittelmann, Manuela Mena und María José Salazar. Geleitet wird das Centro Botín von Fátima Sánchez. Im Herbst präsentiert das Museum eine Überblicksausstellung mit Arbeiten von Julie Mehretu, die von Vicente Todolí und Suzanne Cotter kuratiert
wird, letztere ist Direktorin des Museu de Arte Contemporaneo Serralves, das die Ausstellung koproduziert hat.

Das Centro Botín soll ein Leuchtturm für die in Spanien kontinuierlich ausgebaute Kultur- und Bildungsarbeit der Fundación Botín sein, die in den 1980er Jahren begann und seither Ausstellungen bedeutender internationaler Künstler,
Themenausstellungen aus den Beständen der stiftungseigenen Sammlung zeitgenössischer Kunst und regelmäßige Schauen mit Werken jüngerer Künstler, die in das fortlaufende Programm involviert waren, realisiert hat.

Das seit über zwei Jahrzehnten bestehende Workshop-Programm der Fundación Botín holt wichtige  Künstlerpersönlichkeiten nach Spanien, um junge Künstler zu
betreuen und später ihre Werke in den Galerieräumen der Stiftung – demnächst im Centro Botín – auszustellen. In jüngerer Zeit haben unter anderem Joan Jonas, Julie Mehretu, Carlos Garaicoa und Tacita Dean an dem Programm teilgenommen.

Auch den mit viel Anerkennung bedachten Bildungsaktivitäten der Stiftung wird das Centro Botin eine Heimat bieten. Das in Zusammenarbeit mit der Yale University entwickelte  Bildungsprogramm setzt auf die Rolle der Künste bei der Formung emotionaler Intelligenz und ist bestrebt, die kreativen Fähigkeiten der Menschen mittels Workshops, Seminaren, Kursen und anderer Lernaktivitäten zu fördern.

Iñigo Sáenz de Miera, Generaldirektor der Fundación Botín, hat jüngst gesagt: „Aufbauend auf unserer fünfzig Jahre währenden Arbeit in der Gemeinschaft möchten wir das Centro Botín zu einem der führenden Kunstzentren Spaniens entwickeln; es soll zu einem lebendigen gastfreundlichen Ort werden, an dem sich die Leute amüsieren, an dem sie lernen und sich inspirieren lassen können, und es soll ein Motor sein, der in der Region Kantabrien und in Nordspanien wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Wohlstand generiert.“

Veranstaltungstermin / -dauer 23.06.2017
Veranstaltungsort / Treffpunkt
Santander
Centro Botín
Calle Muelle de Calderón 8
38004 Santander