09.02.2017 | Film

High Rise – Faszination Wolkenkratzer

Neue Reihe „Architektur und Film“ ab März in Düsseldorf, Münster, Bielefeld und Dortmund

Höher, kühner und spektakulärer – das gilt bis heute für Prestigebauten weltweit. Mit der „Faszination Wolkenkratzer“ beschäftigt sich die 21. Ausgabe der Reihe „Architektur und Film“, zu der die  Architektenkammer NRW in Kooperation mit dem Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf einlädt. Die Reihe startet am 8. März in Düsseldorf und läuft anschließend in  Programmkinos in Münster, Bielefeld und Dortmund.

Hochhäuser bieten den Vorteil, viel Nutzfläche auf einem kleinen Grundstück platzieren zu können. Allerdings wird dieser  Flächengewinn mit einer ganzen Reihe von Nachteilen erkauft. Der Bau ist extrem aufwändig, der Unterhalt kostspielig, soziale Fragen und Sicherheitsaspekte müssen berücksichtigt werden. Dessen ungeachtet stellt man gegenwärtig wieder einen Trend zum Hochhaus fest. Die in der Reihe „Architektur und Film“ gezeigten Beiträge lenken den Blick auf die Geschichte des
modernen Hochhauses, die Schwierigkeiten beim  vielgeschossigen Bauen in die Höhe und auf das Leben in der autarken Welt eines Wolkenkratzers. Dabei spielen Fragen der Bautechnik, der Gestaltung und der städtebaulich-sozialen Einbindung immer wieder eine wichtige Rolle.

  • „Building the Gherkin – Norman Foster baut in London“ (CH 2005, 89’, Originalversion mit dt. UT, Regie: Mirjam von Arx, mit Norman Foster) Eine Langzeitstudie über den Entstehungsprozess des wohl spektakulärsten Bauwerks von Norman Foster. Die Bauarbeiten zur Errichtung der neuen Hauptverwaltung der Versicherung Swiss Re in der Londoner City starteten 2001 - nur einen Monat nach dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center. Entsprechend dokumentiert der Film nicht allein Planung und Bau dieser spektakulären „Gurke“, sondern beleuchtet auch die Bedenken verschiedener Parteien gegen ein solches Megabauwerk unter dem Eindruck des 11. September. Der Zuschauer erlebt hautnah die Gestaltung des öffentlichen Raumes.
  • „High Rise“ (GB 2015, 112‘, DF, Regie: Ben Wheatley, mit Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Sienna Miller)
    Die Bildung abgekapselter Mikro-Gesellschaften in Großstädten ist schon heute kein seltenes Phänomen. In der Verfilmung des gleichnamigen Sci-Fi-Romans von J.G. Ballard findet dies in einer undefinierten Zeit in zugespitzter Form statt: Die Menschen sollen in gigantischen Hochhäusern leben, die Kleinstädten gleichen. Die Wohlhabenden leben luxuriös an der Spitze, das Prekariat vegetiert an der Basis vor sich hin. So der ambitionierte Plan des Architekten Anthony RoyalM.
  • „Louis Sullivan – The Struggle for American Architecture“ (USA 2010, 97‘, Regie: Mark Richard Smith, Düsseldorfer Erstaufführung) Erster abendfüllender Film über den revolutionären und brillanten Architekten Louis Sullivan (1856-1924), der als „Vater des Wolkenkratzers“ gilt und den sein Schüler Frank Lloyd Wright nur „Meister“ nannte. Der vielfach preisgekrönte Film stellt den Architekten in den sozialen, politischen und kulturellen Kontext seiner Zeit und zeichnet das Bild eines eigenwilligen Künstlers, der romantische Ornamentik mit moderner Architektur verband. Den Hintergrund bildet der Aufstieg der Stadt Chicago, die Sehnsucht nach Historismus und der Siegeszug der Industrialisierung, der sich im Städtebau deutlich widerspiegelt.
  • „Men at Lunch“ (IRL 2012, 67‘, Regie: Seán Ó Cualáin, Düsseldorfer Erstaufführung) „Mittagspause auf einem Wolkenkratzer“ ist eines der bekanntesten Fotos des 20. Jahrhunderts: Bauarbeiter, die in schwindelerregender Höhe auf einem Wolkenkratzer-Rohbau Pause machen. Der Dokumentarfilm von Seán Ó Cualáin erzählt die Geschichte hinter diesem Bild von 1932: Es ist die Geschichte vom Rennen um die höchsten Häuser und die Geschichte der Einwanderer in den USA, die New York zu dem gemacht haben, was es heute ist. Als Vorfilme werden „Manhatta“ (1921) und „Skyscraper Symphony“ (1929), zwei Filmessays über die Wolkenkratzer- Landschaft Manhattans, gezeigt.

In alle Filme wird mit einem prägnanten cineastischen Vortrag eingeführt, in dem auf die architektonischen Besonderheiten des jeweiligen Werks hingewiesen wird. Nach der Vorstellung gibt es im Foyer des Filmmuseums bei einem kleinen Imbiss die Gelegenheit zum Austausch.

Kinos und Termine:
• Düsseldorf, Black Box: 08.03., 15.03., 22.03. und 29.03.2017 (20.00 Uhr)
• Münster, Cinema: 15.03., 22.03., 29.03. und 05.04.2017 (20.00 Uhr)
• Bielefeld, Lichtwerk: 21.03., 28.03., 04.04. und 11.04.2017 (19.00 Uhr)
• Dortmund, SweetSixteen: 04.04., 11.04., 18.04. und 25.04.2017 (19.30 Uhr).